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Integrationskurse mit Förderung

Die Kursarten – Für jeden das Richtige

Jeder Mensch ist anders – auch beim Lernen. Um im Integrationskurs den unterschiedlichen Ansprüchen gerecht zu werden, gibt es neben dem normalen Integrationskurs spezielle Integrationskurse für Jugendliche, Frauen, Eltern und Personen mit Alphabetisierungs- bzw. besonderem Förderbedarf sowie für schneller lernende Migranten. Die speziellen Integrationskurse haben einen Umfang von bis zu 945 Unterrichtsstunden.

Inhalte und Ablauf eines Integrationskurses
Der Integrationskurs des Bundes besteht aus einem Sprach- und einem Orientierungskurs. Nach insgesamt 660 Stunden (in Spezialkursen kann die Stundenzahl abweichen) endet er mit einem skalierten Sprachtest sowie dem Test "Leben in Deutschland". Das Ziel: Alle Teilnehmer sollen das Sprachniveau B1 des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens (GER) erreichen und einen Einblick in die Rechtsordnung, die Kultur und die Geschichte Deutschlands bekommen.

Aufbau und Themen des Sprachkurses
Im insgesamt 600 Stunden umfassenden Sprachkurs lernen die Teilnehmer Deutsch. Er besteht aus einem Basis- und einem Aufbausprachkurs mit je 300 Stunden. Diese wiederum setzen sich aus je drei Modulen mit je 100 Stunden zusammen. In den speziellen Integrationskursen können die Stundenzahlen variieren.

Im Sprachkurs werden wichtige Themen aus dem alltäglichen Leben behandelt, zum Beispiel:

Einkaufen und Wohnen
Gesundheit
Arbeit und Beruf
Ausbildung und Erziehung von Kindern
Freizeit und soziale Kontakte
Medien und Mobilität
Die Teilnehmer lernen außerdem, wie sie Briefe und E-Mails auf Deutsch verfassen, Formulare ausfüllen und sich um eine Arbeitsstelle bewerben.

Die Kursträger sind verpflichtet, einen Einstufungstest durchzuführen. Die Ergebnisse sollen helfen, die Teilnehmer in ein geeignetes Kursmodul einzuordnen. Bei der Einstufung ist zu ermitteln, ob eventuell ein spezieller Integrationskurs nach § 13 Integrationskursverordnung (IntV) zu empfehlen ist.

Die Teilnehmer dürfen mit Zustimmung des Kursträgers Leistungsstufen mit Beginn eines neuen Kursabschnittes wechseln, überspringen oder wiederholen.


Basis- und Aufbausprachkurs
Der Aufbausprachkurs erweitert und vertieft die Themen des Basissprachkurses. Nach Abschluss des Basis- und des Aufbausprachkurses führen die Kursträger jeweils einen Zwischentest durch. Die Zwischentests sollen den Leistungsstand der Teilnehmer überprüfen und sie auf den Abschlusstest des Integrationskurses vorbereiten.


Orientierungskurs
An den Sprachkurs schließt sich ein grundsätzlich 60-stündiger Orientierungskurs an. In seinem Rahmen beschäftigen sich die Teilnehmer mit deutscher Kultur, Geschichte und Rechtsordnung. Sie erfahren Wissenswertes über das Leben in Deutschland, das demokratische System und die Werte, die für uns von grundlegender Bedeutung sind. Darüber hinaus lernen die Zuwanderer regionale Gepflogenheiten sowie kulturelle und historische Hintergründe kennen.

Der nächste Integrationskurs startet am:

  • Frauenkurs
  • Förderkurs
  • Jugendintegrationskurs

Der Integrationskurs für Frauen
Viele Frauen mit Migrationshintergrund können oder möchten keinen allgemeinen Integrationskurs besuchen. Speziell für sie hat das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge ein Vorläufiges Konzept für einen Frauenintegrationskurs entwickelt.
Hauptziel dieses Kurses ist es, die Teilnehmerinnen sprachlich fit für den deutschen Alltag zu machen und ihnen so den Zugang zu ihm zu erleichtern. Der Fokus liegt deshalb auf folgenden Themen:
-Erziehung, Sprachförderung und Ausbildung der Kinder
-Kennen lernen der wichtigen Behörden und Einrichtungen vor Ort
-Die Rolle der Frau in der deutschen Gesellschaft

Die Unterrichtsmethoden sind speziell auf die Bedürfnisse der angesprochenen Frauen zugeschnitten. Praxisnähe, Anschaulichkeit und Exkursionen sind Kernelemente des Frauenintegrationskurses.

Der Integrationskurs für Eltern
Nahezu alle Eltern sorgen sich um Bildung und Ausbildung ihrer Kinder. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge hat darauf reagiert und ein Vorläufiges Konzept für Elternintegrationskurse entwickelt. Idealerweise finden die Kurse in unmittelbarer Nähe oder direkt in den Räumen der Kindergärten oder Schulen statt.
Die Teilnehmer erhalten so einen unmittelbaren Einblick in den Schul- und Kindergartenalltag ihrer Kinder. Sie erfahren, wie das deutsche Bildungssystem aufgebaut ist und knüpfen Kontakt zu den Menschen, die dahinter stehen. Die Unterrichtsprinzipien im Elternintegrationskurs sind die gleichen wie im allgemeinen Integrationskurs: Praxisnähe und Orientierung an den Bedürfnissen der Teilnehmer.

Der Intensivkurs
Der Intensivkurs ist ein spezieller Integrationskurs für besonders schnell lernende Teilnehmer. Er dauert 430 Stunden. Im Intensivkurs sollen die Teilnehmenden das Sprachniveau B1 des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens in 400 Unterrichtsstunden Sprachkurs erreichen. Der Orientierungskurs dauert 30 Unterrichtsstunden.

Regelmäßige Anwesenheit ist Pflicht.

Der Förderkurs
Der Förderkurs richtet sich an Zuwanderer, die bereits länger in Deutschland leben, aufgrund ihrer rudimentären Deutschkenntnisse besonders gefördert werden müssen und deshalb das Kursziel (Sprachniveau B 1) voraussichtlich nicht in 600 Stunden erreichen werden. In dieser Zielgruppe ist häufig ein sogenannter fossilierter Sprachgebrauch zu beobachten, aus dem sich eine massive Abweichung von der Sprachnorm ergibt. Einfacher ausgedrückt bedeutet das: Die deutsche Sprache wird falsch angewandt. Ziel des Förderkurses ist das Umlernen hin zum normalen Sprachgebrauch. Hierfür stehen insgesamt 945 Stunden zur Verfügung.
Der Förderkurs ermöglicht es den Teilnehmern, neben ihren schon vorhandenen Alltagskenntnissen auch ihre Sprachkenntnisse soweit zu entwickeln, dass ihre Chancen auf Teilhabe am Arbeitsmarkt und am sonstigen gesellschaftlichen Leben steigen.
Derzeit wird ein Konzept für den Förderkurs entwickelt, das genau auf die Probleme der Zielgruppe zugeschnitten sein wird.

Der Jugendintegrationskurs
Zugewanderte Jugendliche haben es oft besonders schwer, da sie einen Schulabschluss nachholen oder einen Ausbildungsplatz finden müssen. Sie sprechen noch nicht gut genug Deutsch und kennen das deutsche Bildungssystem nicht. Außerdem fehlen den jungen Migranten deutsche Freunde, die ihnen beim Erlernen der Sprache und der Berufswahl helfen könnten. Auch die Eltern sind häufig überfordert und öffentliche Beratungsangebote kennen die Jugendlichen selten.
Deshalb hat das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge einen speziellen Jugendintegrationskurs entwickelt. Jugendliche Migranten können hier nicht nur ihr Deutsch verbessern, sie bekommen auch Strategien vermittelt, um selbstständig weiter zu lernen. Außerdem hilft ihnen der Integrationskurs dabei, sich im deutschen Bildungssystem und auf dem Arbeitsmarkt zu orientieren.
Die Unterrichtsmethoden sind auf Jugendliche abgestimmt. Selber aktiv werden, Angebote vor Ort kennen lernen und mit den Menschen in Firmen und Beratungsstellen sprechen sind wichtige Bestandteile des Unterrichts.

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